Seit dem 1. Juni gelten bei Salt neue Konditionen für die Smartphone-Nutzung im Ausland.
Die drei wichtigsten Änderungen sind:
- Alle EU-Länder zählen neu zur Europa-Zone.
- Salt führt Wochenpakete und Monatspakete ein.
- Für viele Länder ausserhalb der EU gibt es jetzt Länderpakete statt Zonenpakete.
Alle Änderungen betreffen nicht nur die Hauptmarke Salt, sondern auch die Zweitmarke Gomo sowie die Drittmarken Lidl Connect, Sky Mobile und Post Mobile. Die Roaming-Pakete und Ländergruppen sind bei all diesen Anbietern identisch. Alle Informationen in diesem Artikel gelten daher neben Salt auch für Gomo, Lidl Connect, Sky Mobile und Post Mobile.
Alle EU-Länder zählen neu zu Europa
Ein grosser Kritikpunkt am Roaming-Angebot von Salt war bisher, dass die Europa-Zone nicht alle EU-Länder umfasste. Datenroaming in den EU-Ländern Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen und Slowenien wurde bisher gleich behandelt wie Datenroaming in weit entfernten Reisezielen wie Thailand, Australien oder Peru.
Neu zählen bei Salt alle EU-Länder zur Europa-Zone. Dazu kommen wie bisher einige weitere europäische Länder wie Grossbritannien und Norwegen. «Die Kundinnen und Kunden erwarten, dass ein Roaming-Angebot für Europa alle EU-Länder umfasst», sagt Telekom-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch. Beyeler findet diesen Schritt gut: «Bei der Konkurrenz gehören alle EU-Länder seit vielen Jahren zu Europa.»
Handy-Abos mit Inklusiv-Roaming
Die in den Handy-Abos mit Inklusiv-Roaming inbegriffenen Datenmengen bleiben gleich. Die neue Zoneneinteilung hingegen gilt auch für die enthaltenen Roaming-Leistungen. Die wichtigste Änderung ist, dass bei Handy-Abos mit Inklusiv-Roaming in der Europazone dieses neu in allen EU-Ländern gültig ist.
Salt bietet nur noch riesige Jahrespakete an
Seit gut fünf Jahren bieten Schweizer Telekom-Anbieter Jahrespakete für das Datenroaming an, insbesondere aus rechtlichen Gründen. Diese Pakete enthalten eine definierte Datenmenge, die innerhalb eines Jahres für den mobilen Internetzugang im Ausland benutzt werden kann.
Bei Salt gibt es ab sofort nur noch ein einziges Jahrespaket. Dieses umfasst 20 GB und enthält zusätzlich 60 Roaming-Minuten für Telefongespräche. Bisher bot Salt für jede Zone drei unterschiedlich grosse Pakete für das Datenroaming an.
Ein einziges Jahrespaket für Europa
Das neue Paket kostet 39.95 Franken. Es ist in allen EU-Ländern, in Grossbritannien und in Norwegen gültig.
Wer im Ausland grosse Datenmengen überträgt, bezahlt mit dem neuen Angebot massiv weniger als bisher. «Salt verlangte für ein Jahrespaket mit 12 GB bisher 100 oder 150 Franken. Ab Juni sind es noch 40 Franken für ein deutlich grösseres Paket», rechnet Telekom-Experte Ralf Beyeler vor. Es kann aber auch teurer werden: Bis 3 GB ist das neue Angebot in den meisten EU-Ländern teurer als bisher.
Wichtig zu wissen: Das Jahrespaket für Europa gilt nicht in den nicht zur EU gehörenden Balkanländern. Das Paket ist in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien sowie Serbien nicht gültig.
Separate Jahrespakete für viele andere Länder
Für 72 Länder ausserhalb der EU bietet Salt neu ein Jahrespaket an. Dieses Paket ist ausschliesslich in einem einzigen Land gültig. Für die meisten Länder liegt der Preis bei 59.95 Franken.
Die Preissenkungen gegenüber den bisherigen Jahrespaketen sind massiv. In Serbien, Costa Rica und Vietnam kostete das 1-GB-Paket bisher rund 150 Franken. Neu gibt es ein Paket mit 20 GB für knapp 60 Franken.
Besonders extrem ist das Beispiel Tunesien: Bisher verlangte Salt für das 1-GB-Paket 400 Franken. Jetzt gibt es ein Jahrespaket mit 20 GB für weniger als 100 Franken. «Der Listenpreis für diese Datenmenge hätte bisher fast 8000 Franken betragen», stellt Ralf Beyeler fest. Niemand bezahlt so viel für den Internetzugang in den Ferien. Die neuen Pakete hingegen werden viele Touristinnen und Touristen kaufen.
Salt führt Wochenpakete und Monatspakete ein
Ab sofort bietet Salt auch Pakete mit einer Gültigkeit von einer Woche oder einem Monat an. Das Wochenpaket enthält 5 GB, das Monatspaket 20 GB. Danach wird die Internet-Geschwindigkeit ohne weitere Gebühren auf 128 kbit/s gedrosselt.
Das Wochenpaket für alle EU-Länder, Grossbritannien und Norwegen ist für 14.95 Franken erhältlich. Für 149 Länder bietet Salt ein Wochenpaket an, das ausschliesslich im jeweiligen Land gültig ist. Der Preis liegt je nach Land zwischen 14.95 Franken und 79.95 Franken.
Das Monatspaket für alle EU-Länder, Grossbritannien und Norwegen kostet 29.95 Franken. Für 74 einzelne Länder bietet Salt ein Monatspaket an. Dafür verlangt der Anbieter je nach Land zwischen 29.95 Franken und 79.95 Franken.
Gegenüber den bisherigen Preisen bedeutet das in der Regel tiefere Kosten. Bei kleineren Datenmengen und insbesondere bei Reisen durch mehrere Länder ist die Preissenkung weniger stark.
Weiterhin Tagespakete im Angebot
Wie bisher bietet Salt Tagespakete unter der Bezeichnung «Data Day Pass» an. Diese enthalten jeweils 1 GB für 24 Stunden. Ist die Datenmenge aufgebraucht, wird die Geschwindigkeit gedrosselt.
Die Preise und Bedingungen für die Tagespakete ändern sich nicht. Einzige Ausnahme sind Änderungen bei den Länderzuordnungen: So gilt das Europa-Tagespaket neu in allen EU-Ländern und ausserdem auch in den USA und Kanada.
Analyse: Für welches Angebot sollten sich Salt-Kundinnen und Kunden entscheiden?
Kundinnen und Kunden von Salt müssen umdenken: In Zukunft müssen sie sich vor allem überlegen, wie lange sie im entsprechenden Land unterwegs sein werden. Eine weitere Frage ist, ob sie im Ausland Telefongespräche führen wollen.
Wer vor allem in den EU-Ländern unterwegs ist, dürfte oft mit dem Jahres-Paket am günstigsten fahren. Für 40 Franken gibt es 20 GB Datenroaming. Das reicht für die meisten Kundinnen und Kunden, insbesondere wenn sie nicht über das Mobilfunknetz Videos streamen.
Insbesondere für Touristinnen und Touristen ausserhalb Europas sind Wochenpakete und Monatspakete eine gute Wahl. Denn in weit entfernte Länder wie Costa Rica, Südafrika und Thailand reisen sie in der Regel nicht mehrmals im Jahr.
Vergleich mit der Konkurrenz
Im Vergleich mit der Konkurrenz holt Salt kräftig auf. In den vergangenen Jahren war Salt einer der teuersten Anbieter für die Smartphone-Nutzung im Ausland. Das ändert sich jetzt: Je nach Nutzungsverhalten, Datenvolumen und Land kann Salt zu den günstigeren Anbietern gehören.
Beim Konkurrenzvergleich fällt Folgendes auf:
- Insbesondere bei kleineren Datenmengen ist Salt oft teurer als die Konkurrenz. Bei grösseren Datenmengen kann Salt in manchen Ländern gut mit Swisscom und Sunrise mithalten.
- Ein in allen EU-Ländern gültiges Jahrespaket mit 20 GB für rund 40 Franken ist ein guter Preis. Bei Swisscom kostet ein gleich grosse Paket 60 Franken. Wer im Jahr mehr als 6 GB Daten im Ausland überträgt, bezahlt bei Sunrise mehr als bei Salt. Deutlich günstiger als Salt ist hingegen M-Tel mit knapp 25 Franken für 20 GB.
- In den nicht zur EU gehörenden Balkanländern und ausserhalb Europas ist Salt in manchen Ländern vor allem bei kurzen Reisen ähnlich teuer wie Swisscom. Bei einer Reisedauer von einer bis drei Wochen sind hingegen oft Swisscom und Sunrise günstiger.
- Es gibt deutliche Unterschiede je nach Land. In Indien, Japan, Neuseeland und in der Türkei kostet das Monatspaket mit 20 GB bei Salt rund 30 Franken. Bei Swisscom kostet ein Länderpaket hingegen fast 50 Franken. Das Swisscom-Paket ist allerdings ein Jahr gültig.
- In Brasilien, Singapur und Südafrika ist Swisscom dagegen deutlich günstiger: Das Länderpaket mit 20 GB kostet 30 Franken weniger als bei Salt.
- Für Reisen durch mehrere Länder ausserhalb Europas ist Salt teurer als Swisscom, Sunrise und viele weitere Konkurrenten.