Das Bezahlen mit Karte im Ausland kann teuer werden. Die Kosten entstehen hauptsächlich durch zwei Faktoren: Gebühren für Auslandstransaktionen und schlechte Wechselkurse. Die grösste Kostenfalle lauert jedoch bei der dynamischen Währungsumrechnung.
Dieser Ratgeber von moneyland.ch erklärt, was Sie tun sollten, wenn Sie beim Bezahlen im Ausland gefragt werden: «In Franken oder Euro?».
Was ist die dynamische Währungsumrechnung?
Viele Konsumentinnen und Konsumenten kennen diesen Fachbegriff nicht – aber die Praxis sehr wohl. Wer im Ausland mit Karte bezahlt, hat bereits einmal die Frage gesehen: «Möchten Sie in Schweizer Franken bezahlen?»
Bei der dynamischen Währungsumrechnung – englisch Dynamic Currency Conversion (DCC) – wird der Betrag direkt am Kassenterminal, Bancomaten oder im Online-Shop in Ihre Heimwährung umgerechnet. Sie sehen also gleich, wie viele Schweizer Franken Ihnen belastet werden.
Das ist bequem. Das Umrechnen entfällt und der Betrag wird sofort in Schweizer Franken angezeigt. Viele entscheiden sich deshalb intuitiv für diese Variante. Doch genau das ist die Kostenfalle: Denn bei der dynamischen Währungsumrechnung wird ein schlechter Wechselkurs verwendet, im Extremfall bezahlen Sie mehr als 10 Prozent zu viel.
Wie teuer ist die Bezahlung in der Landeswährung?
Wenn Sie im Ausland in der lokalen Währung bezahlen, wird der Betrag von Ihrem Kartenherausgeber in Schweizer Franken umgerechnet. Dafür gilt der Wechselkurs Ihres Kartenherausgebers.
Bei den meisten Schweizer Kreditkarten und Debitkarten beträgt der Aufpreis auf den Interbankenkurs bei Transaktionen in Euro rund 1 bis 3 Prozent – bei anderen Währungen kann er deutlich höher ausfallen. Deutlich tiefere Aufpreise verlangen Smartphone-Banken wie Radicant, Wise und Yuh oder die Bank WIR. Hier liegt der Zuschlag bei Euro-Transaktionen meist nur bei 0.1 Prozent.
Zusätzlich fällt bei den meisten Karten eine Auslandsgebühr an – auch bei manchen günstigen Anbietern wie Wise und Yuh.
Ein konkretes Beispiel: Bei Einkäufen von 1000 Euro fallen mit einer typischen Schweizer Kreditkarte Kosten von rund 25 bis 50 Franken an – inklusive Auslandsgebühren und Wechselkursaufschlägen. Bei den günstigsten Karten liegt die Belastung nur bei etwa einem Franken.
Wie teuer ist die Bezahlung in Schweizer Franken?
Wenn Sie sich am Zahlungsterminal oder am Bancomaten für die Belastung in Schweizer Franken entscheiden, erfolgt die Umrechnung nicht durch Ihren Schweizer Kartenherausgeber, sondern durch einen ausländischen Zahlungsabwickler. Dieser legt den Wechselkurs selbst fest – und der Kurs ist deutlich schlechter als bei Ihrem Schweizer Kartenanbieter. Aufschläge von mehr als 10 Prozent auf den Interbankenkurs sind keine Seltenheit.
Der Händler erhält vom Zahlungsabwickler oft eine Provision (Kickback) für jede Zahlung mit dynamischer Währungsumrechnung. Das ist ein zusätzlicher Anreiz, Konsumentinnen und Konsumenten zur Zahlung in Franken zu bewegen. Auch viele Bancomaten sind entsprechend eingestellt, um Ihnen eine Belastung in Schweizer Franken schmackhaft zu machen.
Wichtig: Auch wenn Sie im Ausland in Schweizer Franken bezahlen, fällt bei fast allen Schweizer Kreditkarten und bei vielen Debitkarten von Schweizer Banken trotzdem eine Auslandsgebühr an. Smartphone-Banken verzichten hingegen auf diese Gebühr.
Zum Vergleich das gleiche Beispiel wie bei der Bezahlung in Landeswährung: Wenn Sie sich bei Einkäufen von 1000 Euro für die Bezahlung in Schweizer Franken entscheiden, entstehen mit einer typischen Schweizer Kreditkarte Kosten von rund 120 bis 150 Franken. Selbst mit den günstigsten Karten liegen die Kosten immer noch bei etwa 95 Franken. Das ist deutlich mehr als bei der Zahlung in Euro.
Gibt es eine bessere Alternative zur dynamischen Währungsumrechnung?
Den Vorteil der dynamischen Währungsumrechnung – nämlich den Betrag sofort in Schweizer Franken zu kennen – gibt es auch günstiger.
Bei Revolut und Wise wird nach jeder Zahlung der effektive Betrag in Schweizer Franken in der App angezeigt. Zudem besteht die Möglichkeit, jederzeit Beträge in Schweizer Franken umrechnen zu lassen.
Übrigens: Anbieter wie Alpian, Revolut, Swissquote, Wise und Yuh bieten Multiwährungskarten an. Dort können Sie Guthaben in bestimmten Fremdwährungen hinterlegen, Beträge werden direkt vom jeweiligen Währungsguthaben abgebucht.
So vermeiden Sie weitere Kostenfallen
Neben der dynamischen Währungsumrechnung gibt es noch zwei weitere grosse Kostenfallen bei Kartenzahlungen im Ausland. Merken Sie sich daher folgende beiden Faustregeln:
- Bargeld mit Kreditkarte beziehen: Beziehen Sie kein Bargeld mit einer Schweizer Kreditkarte. Für Bargeldbezüge ist die Debitkarte deutlich günstiger.
- Transaktionsgebühren bei Debitkarten: Bei vielen Debitkarten von Schweizer Banken fällt für jede Transaktion eine pauschale Gebühr an. Typischerweise beträgt diese 1.50 Franken. Besonders bei kleineren Beträgen summieren sich diese Gebühren rasch. Prüfen Sie vor dem Einsatz Ihrer Debitkarte im Ausland die Gebühren Ihrer Bank.
Detaillierte Informationen zu den Gebühren für die Kartennutzung im Ausland, den angewendeten Wechselkursen und Tipps finden Sie im im Ratgeber-Artikel von moneyland.ch zu Zahlen und Geld abheben im Ausland.
Faustregel: Immer Landeswährung wählen
Ob im Geschäft, Hotel oder Restaurant – oder online bei Amazon oder booking.com: Wenn Sie im Ausland mit Karte bezahlen, wählen Sie immer die lokale Währung. Dasselbe gilt auch für Bargeldbezüge an Bancomaten.
Die dynamische Währungsumrechnung ist praktisch, da der Betrag sofort in Schweizer Franken angezeigt wird. Doch sie ist deutlich teurer als die Abrechnung in der Landeswährung. Die Berechnungen von moneyland.ch bestätigen das: Bei Transaktionen von 1000 Euro betragen die Kosten mit einer typischen Schweizer Kreditkarte zwischen 25 und 50 Franken bei Bezahlung in Lokalwährung, aber bei 120 bis 150 Franken bei Bezahlung in Schweizer Franken. Bei günstigen Anbietern ist der Unterschied noch grösser: 1 Franken stehen Kosten von rund 95 Franken gegenüber.
Theoretisch könnte eine DCC-Zahlung günstiger sein – in der Praxis ist das jedoch unwahrscheinlich. Ein entsprechender Fall ist bislang jedenfalls nicht bekannt.
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