Als günstige und diversifizierte Geldanlage sind Exchange Traded Funds (ETF) inzwischen in aller Munde. Doch nicht alle Anlegerinnen und Anleger kennen alle verschiedenen Anlageklassen, in die sie über ETF investieren können. In diesem Ratgeber listet moneyland.ch die verschiedenen Möglichkeiten auf.
1. Aktien
Aktien-ETF dürften einem vergleichsweise breiten Publikum ein Begriff sein. In den meisten Fällen bildet ein ETF passiv einen Aktienindex ab, es gibt aber auch einige aktive ETF. Dabei erfolgt die Auswahl der Titel ohne Grundlage eines Index.
Als Grundlage eines diversifizierten Anlageportfolios empfehlen viele Fachleute ETF auf Welt-Indizes. Diese Indizes sind global breit gestreut und umfassen meist mehrere Tausend Titel, werden in der Regel aber von Aktien aus den USA dominiert. Daneben gibt es auch ETF auf regionale und kontinentale Werte, Beispiele sind ETF auf europäische oder asiatische Aktien. Auch Investitionen in einzelne Länder sind möglich, etwa in die Schweizer Indizes SMI und SPI, in den deutschen Leitindex DAX oder das französische Börsenbarometer CAC 40.
Denkbar sind aber auch Branchen- und Themen-ETF. Dazu gehören beispielsweise Aktien in folgenden Bereichen:
2. Immobilien
Immobilien sind eine sehr kostspielige Anlageklasse. Der Kauf von Häusern und Wohnungen ist für viele Anlegerinnen und Anleger deshalb keine realistische Option. Als Alternative bieten sich Immobilien-ETF an, mit denen Sie in die Immobilienbranche investieren können. Einige ETF sind auf Schweizer Immobilien spezialisiert, wohingegen andere global breit gestreut sind.
Beachten Sie aber, dass Ihr Geld nicht direkt in Liegenschaften angelegt ist. Die ETF investieren stattdessen in börsenkotierte Unternehmen der Immobilienbranche. Es handelt sich streng genommen also um Aktien-ETF.
3. Obligationen
Obligationen-ETF investieren in der Regel in eine ganze Reihe von Obligationen (Anleihen). Sie bilden meist auf Obligationen spezialisierte Indizes ab. Sie können mittels ETF in Unternehmens- und in Staatsobligationen anlegen.
Auch im Bereich Anleihen gibt es ETF für verschiedene Länder und Weltregionen. Neben Schweizer Obligationen-ETF gibt es auch jene, mit denen Sie global diversifiziert in Anleihen investieren können.
4. Edelmetalle
Edelmetalle erfreuen sich seit langer Zeit einer Reputation als krisensichere Anlage. Um in Gold, Silber, Platin oder Palladium zu investieren, müssen Sie die Metalle aber nicht unbedingt physisch kaufen: Edelmetall-ETF bilden den Kassapreis möglichst genau ab. Schweizer Edelmetall-ETF sind durch entsprechende Edelmetallbestände physisch besichert. Beachten Sie, dass Sie mit diese ETF – im Gegensatz zu vielen Aktien- und Obligationen-ETF – nicht breit gestreut sind und nur in je ein Edelmetall investieren.
Auch weitere Metalle und Rohstoffe – beispielsweise Kupfer – müssen Sie nicht unbedingt physisch ankaufen. Allerdings ist die ETF-Auswahl in diesem Bereich sehr begrenzt. Sie können alternativ sogenannte Exchange Traded Commodities (ETC) kaufen. Diese funktionieren ähnlich wie ETF, stellen allerdings nur Schuldverschreibungen dar und gelten im Konkursfall des Anbieters nicht als Sondervermögen.
Den richtigen ETF finden
Das ETF-Angebot ist enorm – da kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten. Die ETF-Checkliste von moneyland.ch versorgt Sie mit den wichtigsten Informationen und sagt Ihnen, worauf es bei der Wahl eines börsengehandelten Fonds ankommt.
5. Kryptowährungen
Auch wenn Sie Kryptowährungen nicht direkt kaufen möchten, können Sie mittels ETF an der Kursentwicklung der notorisch volatilen Anlageklasse partizipieren. Bis anhin gibt es sogenannte Spot-ETF auf die beiden bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum (Stand: März 2025). Diese bilden den Kassapreis (Spotpreis) der Kryptowährungen in US-Dollar möglichst genau ab.
Beachten Sie, dass Sie bei der Investition in Krypto-ETF grossen Verlustrisiken unterliegen. Denn anders als bei anderen ETF, die in verschiedene Werte investieren, liegt hierbei keinerlei Risikostreuung vor.
6. Geldmarkt
Geldmarktfonds und -ETF sind eine Alternative zu klassischen Zinsprodukten wie Sparkonten, Festgeldkonten und Kassenobligationen. Dabei wird das Geld auf dem Geldmarkt und in kurzfristige, liquide Wertschriften wie Termingelder und Obligationen mit sehr kurzer Restlaufzeit angelegt. Das Verlustrisiko ist ebenso gering wie das Renditepotenzial. Geldmarkt-ETF weisen im Allgemeinen ein noch niedrigeres Risiko auf als Obligationen-ETF, die auch in Anleihen mit längeren Laufzeiten investieren.
Bis anhin gibt es keine passiven Geldmarkt-ETF in Schweizer Franken, sondern nur in Fremdwährungen – beachten Sie deshalb das Fremdwährungsrisiko (Stand: März 2025). Wer in auf Franken lautende Geldmarktfonds investieren möchte, kann nur auf aktive Investmentfonds setzen, die nicht an der Börse kotiert sind. Dabei fallen vergleichsweise hohe laufende Kosten an.
Gebührenvergleich lohnt sich
ETF haben den Ruf, kostengünstige Anlageinstrumente zu sein. Das ist allgemein nicht falsch – die Fondsgebühren (ausgewiesen als TER) sind meist niedrig im Vergleich zu aktiven Investmentfonds. Dennoch ist Vorsicht angesagt. Denn die Gebühren beim Anlegen variieren stark je nach Broker: Zwischen den Depotgebühren und Courtagen der Anbieter tun sich erhebliche Unterschiede auf. Es lohnt sich deshalb, die verschiedenen Broker vorab auf moneyland.ch zu vergleichen.
Weitere Informationen, die Ihnen bei der Wahl eines Trading-Anbieters behilflich sein können, finden Sie in der Broker-Checkliste von moneyland.ch.
Hinweis: Der Artikel ist keine Anlageberatung und dient lediglich der Information. Angaben ohne Gewähr.
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